Integration und Sozialverhalten von Kaninchen

Kaninchen sind Gemeinschaftstiere, die einen Artgenossen brauchen! Weder ein Tier einer anderen Art noch der Mensch sind in der Lage, einem Kaninchen ein wirklicher Partner zu sein. Nur im Zusammenleben mit einem oder mehreren Kaninchen vermag es seinem Verlangen nach Sozialkontakt nachzukommen. Obwohl Kaninchen Gruppentiere sind, beginnen sie zu streiten, wenn sie den ganzen Tag in herkömmlichen Käfigen leben müssen. Der Grund hierfür liegt an den beengten Haltungsbedingungen und der ständigen Unterforderung.

Verschiedene Verhaltensweisen von Kaninchen sind angeboren, darüber hinaus entwickelt jedes Tier seine ganz individuelle Eigenart.

Nachfolgend einige Beispiele von Sozialverhalten

  • Durch leichtes Anstupsen mit der Schnauze begrüßen sich Kaninchen. Sie kuscheln gern miteinander und lecken sich gegenseitig Kopf und Ohren. Diese soziale Fellpflege dient zwar auch der Hygiene, fördert aber in erster Linie die freundschaftliche Bindung innerhalb der Gemeinschaft.
  • Ein typisches Verhalten ist das Aufsteigen von hinten bei Partnertieren beiderlei Geschlechts. Durch dieses Verhalten, das auch eine sexuelle Komponente hat, wird Dominanz ausgedrückt.
  • Kaninchen markieren ihr Revier und verständigen sich untereinander mit Hilfe von Duftstoffen, die in den Kinn, Leisten- und Analdrüsen produziert werden.
  • Gefühle wie Unsicherheit, Angst oder Erschrecken kann ein Kaninchen ausdrücken, indem es kurz und heftig mit den Hinterläufen auf den Boden klopft. Dadurch wird der Feind beeindruckt und andere Tiere werden gewarnt.
  • Ein durch Angst und Unsicherheit gestresstes Tier kann Aggressionen gegen seinen Partner entwickeln.
  • Auf Drohgebärden kann ein heftiger Angriff folgen. Es sieht aber oft schlimmer aus als es ist. Wenn die Tiere einen genügend großen Lebensraum mit entsprechenden Rückzugsmöglichkeiten haben, besteht kein Grund zur Panik.
  • Auch Freude können unsere Kaninchen ausdrücken. Dieses zeigt sich in munterem Springen und wendigen Hakenschlagen.

Die Kaninchengruppe

Für das Zusammenstellen einer Kaninchengruppe spielen Charakter und Alter eine wichtige Rolle. Werden zwei Tiere zusammen gehalten, dann akzeptieren sie sich am schnellsten, wenn es sich um ein kastriertes Böckchen und ein Weibchen handelt. Man sollte darauf achten, dass die zusammengeführten Tiere etwa da gleiche Alter haben.

Sollten mehrere Tiere in einer Gruppe leben, empfiehlt es sich, jeweils drei bis vier Tiere zu halten, nach Möglichkeit von Anfang an. Wenn ein Kaninchenpärchen über längere Zeit zusammengelebt hat, empfiehlt es sich, gleich zwei Tiere zu integrieren. Bei nur einem Neuling ist der Stress sehr hoch und es kann vorkommen, dass dieses Tier ein Außenseiterdasein fristet.

Obwohl Kaninchen sehr soziale Tiere sind, ist ihre Anpassung oft schwierig und erfordert viel Vorbereitung, einiges Wissen und eine Menge Geduld!

Einzelgänger gibt es nicht, aber schwierige Tiere und ungeduldige Besitzerinnen und Besitzer!

Was muss man bei der Zusammenführung von Kaninchen beachten?

Bei der Zusammenführung fremder Kaninchen kann die Anpassungszeit einige Wochen bis Monate dauern. Die Rangordnungskämpfe in dieser Zeit sind kein Grund zur Besorgnis. Wichtig ist es, dass die Tiere nicht getrennt werden, auch nicht vorübergehend. Auch eine Trennung über Nacht soll unterbleiben. Am nächsten Tag beginnt sonst alles wieder von vorne und solcher Dauerstress kann tödlich sein. Haben Sie Geduld!

Sorgen Sie für ein gut strukturiertes Gehege – ca. 6 qm groß – mit vielen Rückzugsmöglichkeiten und genügend Nagematerialien zur Beschäftigung. Alle Tiere gemeinsam ins frisch gemistete und neu gestaltete Gehege setzen. Beobachten Sie das Fressverhalten der einzelnen Tiere!

Sie sollten bei einer neuen Zusammenstellung nur eingreifen, wenn ein Kaninchen

  • sichtlich leidet
  • über längere Zeit ein Schattendasein führt
  • ständig Bissverletzungen aufweist
  • kein Futter mehr aufnimmt und immer in der gleichen Ecke verharrt

Wenn ein Kaninchen stirbt, braucht das verwaiste Tier dringend einen neuen Partner. Es trauert nur, weil es plötzlich alleine ist. Eine Trauerzeit, wie wir Menschen sie kennen, gibt es für Kaninchen nicht.

Mehrere Textpassagen und Informationen wurden dem Buch „Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen” von Ruth Morgenegg entnommen


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