Die Ernährung Ihres Meerschweinchens

Wie alle Pflanzenfresser können Meerschweinchen die Nahrung nur mit Hilfe spezieller Bakterien verdauen. Jede Futterkomponente braucht ihre spezifischen Bakterien, die miteinander ein kompliziertes, labiles Gleichgewicht bilden. Diese Darmflora ist immer aktiv, auch dann, wenn die Tiere falsch ernährt werden, wenn sie großen Hunger haben oder der Darm inaktiv ist. Leicht kommt es in einem solchen Fall zu Verdauungsstörungen, weil einige Bakterien sich dann drastisch vermehren und auf Grund von Gasbildung schmerzhafte, gefährliche Blähungen auftreten. Das Meerschweinchen kann sich dieser Gase aber nicht entledigen wie z. Bsp. eine Kuh.

Wie füttert man richtig?

Am Morgen viel frisches Heu anbieten (auch wenn noch Heu im Käfig ist)

Heu ist, neben Wasser, unverzichtbares Grundnahrungsmittel. Es besteht aus viel Rohfaser, so dass die Tiere langsam fressen, viel kauen und viel Speichel bilden. Dieser Speichelfluss optimiert das Milieu für Darmbakterien und kurbelt die Verdauung an. Füttert man jedoch morgens Grünfutter, so fressen die Tiere zu wenig Heu, weil sie das Frischfutter bevorzugen. Die Folge davon ist, dass gefährliche und schmerzhafte Blähungen entstehen, die möglicherweise mit dem Tod der Tiere enden.

Mittags reichen wir Grünfutter.

Grünfutter ist die Leibspeise der Meerschweinchen. Es schmeckt gut, enthält lebenswichtige Nährstoffe und macht nicht dick. Zum richtigen Zeitpunkt verabreicht, kann es in großer Vielfalt angeboten werden:

  • Karotte (reich an Vitaminen)
  • Apfel (wirkt regulierend auf die Verdauung und beugt Darmproblemen vor)
  • Fenchel
  • Löwenzahn / Gras (nicht vom Straßenrand)
  • Broccoli (sehr Vitamin-C-reich)
  • Tomaten
  • Endivien
  • Chicoree
  • Eisberg-Salat
  • Zitrusfrüchte
  • Birne

Führen Sie ihrem Meerschweinchen unbedingt Vitamin C zu, denn diese Tiere sind nicht in der Lage, es selber zu produzieren.

Am besten zusätzlich zum Grünfutter noch Nagertropfen ins Trinkwasser geben.

Den Abschluss bildet dann am Abend das Körnerfutter, welches Energie- bzw. Kraftfutter ist. Es sollte nur ca. ein Teelöffel pro Tier und Tag verabreicht werden.

Wasser muss immer reichlich, frisch und in einem offenen Gefäß (am besten ein Tongefäß) angeboten werden. In einer Nippflasche können sich sehr schnell Algen bilden, die schwere Darmprobleme auslösen können. Außerdem ist die Kopfhaltung der Meerschweinchen völlig unnatürlich. Die Tiere können mit gestrecktem Hals nicht richtig schlucken. Es ist zudem möglich, dass das Mittelröhrchen im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt wird. Verbindet ein Tier eine Flasche mit Schmerzen, wird es nicht mehr trinken – egal wie groß der Durst ist. Bieten Sie den Tieren unbedingt Äste und Zweige an. Dies können zum Beispiel Rottannen-Äste, Buche-, Haselnuss- oder Obstbaumzweige sein. Sie sind sehr wichtig zur Beschäftigung, als Nahrungsmittel, als Nagematerial für die Zähne und als Unterschlupf und Schattenspender.

Beachten Sie diese Aspekte einer gesunden Ernährung, werden Sie lange Freude an Ihrem Meerschweinchen haben!

Mehrere Textpassagen und Informationen wurden dem Buch „Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Meerschweinchen” von Ruth Morgenegg entnommen


  • Jetzt Spenden! Das Spendenformular ist ein kostenfreier Service von betterplace.org.

  • Schnell, einfach und sicher über PayPal.
  • pet's expert
  • unser Wunschzettel beiamazon
  • Deutscher Tierschutzbund
  • Landestierschutzverband NRW
  • NABU Borken
  • facebook
  • Tierheim Arbeitsgemeintschaft NRW