Wie bleibt Ihr Kaninchen gesund?

Die beste Gesundheitsvorsorge besteht darin, Kaninchen ausgewogen zu ernähren, artgerecht zu halten und ihren Lebensraum regelmäßig zu pflegen!

Wenn Sie Ihr Kaninchen täglich gut beobachten und regelmäßig kontrollieren, werden Sie eventuelle Krankheiten frühzeitig erkennen. Achten Sie dabei auf:

  • Den Analbereich ist der Afterbereich verklebt oder erkennen Sie Pilzbefall oder Wurmbefall?
  • Die Krallen sind sie zu lang und müssen evtl. gekürzt werden?
  • Den Fellzustand erkennen Sie Hautpilz oder Parasiten wie Milben oder Flöhe?
  • Die Zähne - werden sie richtig abgenutzt oder müssen sie gekürzt werden?
  • Das Gewicht ist Ihr Kaninchen zu mager oder hat es plötzlich einen dicken Bauch?
  • Die Augen blicken sie klar oder sind sie verklebt?
  • Die Nase sie sollte sauber und trocken sein und nicht verklebt oder gar eitrig/blutig
  • Veränderte Fressgewohnheiten frisst oder trinkt Ihr Kaninchen mehr oder weniger als sonst?
  • Verändertes Verhalten wirkt Ihr Kaninchen plötzlich sehr apathisch, unruhig oder aggressiv?

Sollte eines oder mehrere der Symptome zutreffen, ist ein Arztbesuch notwendig!

Kaninchen sind außerdem sehr hitzeempfindlich, achten Sie immer auf genug Schattenspender und frisches Wasser.

Ein krankes Kaninchen sollte nach Möglichkeit nicht von seinen Artgenossen getrennt werden. Die Ansteckungsgefahr ist meist vor Ausbruch einer Krankheit am größten. Sollte das Tier von seinen Artgenossen bedrängt oder bedroht werden, kann man innerhalb des Geheges einen kleinen Lebensraum abtrennen und so dem Patienten Ruhe verschaffen. Ein krankes Kaninchen hat mehr Lebenswillen, wenn es bei seinen Artgenossen bleiben kann.

Scheidet Ihr Kaninchen hellen, traubenförmigen Kot aus, ist dieser nicht zu verwechseln mit Durchfall. Eine Eigenart der Kaninchen ist das Fressen des Blinddarmkotes. So können die im Futter enthaltenen Nährstoffe ein zweites Mal verwertet werden.

Wichtig: Lassen Sie Ihr Kaninchen impfen!

1. gegen RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease, auch Chinaseuche genannt):

Diese Viruserkrankung verläuft fast immer tödlich. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Kaninchen, Kaninchenausscheidungen oder über Kleidung und Gegenstände eines Menschen, der mit dem Virus in Kontakt war. Der Virus nistet sich in der Leber der Haus- und Wildkaninchen ein. Er ist auf andere Tierarten nicht übertragbar.

Bis zum Krankheitsausbruch vergehen bis zu 3 (manchmal 5) Tage. Es gibt 3 Verlaufsformen:

Die perkutane Form – das Tier stirbt ohne vorherige Anzeichen einer Erkrankung, manchmal mit einem Aufschrei. Die akute Form – ein bis drei Tage vor dem Tod treten Symptome wie Fressunlust, Mattigkeit, Durchfall, Fieber und/oder unkoordinierte Bewegungen auf. Die milde Verlaufsform – nach Symptomen wie Fressunlust, Benommenheit und Unruhe erholen sich die Tiere evtl. wieder. Eine Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen. Die Impfung sollte spätestens nach der 6 Lebenswoche erfolgen. In besonders infektionsgefährdeten Gebieten sollte eine Wiederholung nach 3 - 4 Wochen erfolgen. Ansonsten reicht eine jährliche Auffrischung.

2. gegen Myxomatose

Auch diese Viruserkrankung hat oft einen tödlichen Verlauf. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Artgenossen oder durch Mücken und Flöhe, aber auch durch Kontakte mit menschlichen Gegenständen. Der Erreger ist ein Pockenvirus und kann außer Kaninchen auch Hasen befallen. Andere Tierarten sind nicht betroffen. Bis zum Krankheitsausbruch vergehen 4 - 10 Tage.

Symptome sind:

Anschwellen der Lidbindehäute, Verdickungen am Kopf und Genitalbereich, später mit Eiterabszessen, hohes Fieber, dann Schluckstörungen. Das Tier stirbt letztendlich nach 8 - 14 Tagen an Entkräftigung und Verhungern.

Weil die Krankheit auch durch Insekten übertragen wird, können auch reine Wohnungskaninchen an Myxomatose erkranken. Nur selten überleben einzelne Tiere, man kann ein Leiden aktiv nur durch Einschläfern beenden.

Die Erstimpfung kann ab der 6. Lebenswoche erfolgen und wird jedes halbe Jahr wiederholt.

3. gegen Kaninchenschnupfen (ist empfehlenswert)

Haupterreger dieser Erkrankung sind Pasteurella multicada und Bordetella bronchiseptica. Die Erreger werden mit der Nahrung aufgenommen oder eingeatmet und betreffen Hauskaninchen.

Krankheitssymptome sind anfangs kurzes Niesen, später mit eitriger verklebter Nase. Hinzu kommen Bindehautentzündung der Augen, Befall des Mittel- und Innenohres (Schiefhaltung des Kopfes), außerdem Entzündungen von Brustfell, Herzbeutel und Lunge. Eine daraus resultierende schleichend verlaufende Lungenentzündung kann noch nach Jahren zu Tode führen; da auch die Nasennebenhöhlen betroffen sind, kann die Erkrankung auch nach scheinbarem Besiegen des Kaninchenschnupfens immer wieder aufflackern.

Die Behandlung des Kaninchenschnupfens erfolgt durch passende Antibiotika. Die Erstimpfung erfolgt mit 4 Lebenswochen, eine Wiederholung nach 2 Wochen. Jedes halbe Jahr gibt es die Auffrischung.

Mehrere Textpassagen und Informationen wurden dem Buch Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen von Ruth Morgenegg entnommen


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