Integration und Sozialverhalten von Meerschweinchen

Meerschweinchen sind Gemeinschaftstiere, die einen Artgenossen brauchen! Weder ein Tier einer anderen Art noch der Mensch sind in der Lage, einem Meerschweinchen ein wirklicher Partner zu sein. Nur im Zusammenleben mit einem oder mehreren Meerschweinchen können sie ihr intensives Sozialverhalten entfalten.

Die Sprache der Meerschweinchen

Meerschweinchen sind intensiv aufeinander bezogen und treten auf verschiedenste Weise miteinander in Kontakt. Sie verständigen sich arttypisch mit gurrenden und quiekenden Lauten, berühren sich mit der Nase und beschnuppern sich. Sie besteigen sich von hinten, um die Dominanz gegenüber dem anderen Tier auszudrücken. Glucksen beispielsweise bedeutet, dass sie sich wohl fühlen, ein bestimmtes, lautes Quietschen, vielleicht noch verbunden mit Zähneklappern dagegen, dass sie Angst haben und sich bedroht fühlen. Jungtiere, die sich verlassen fühlen, fiepen hoch und lang. Männchen, die drohen, knurren tief mit kurzen Trillern. Wenn Meerschweinchen dagegen ganz ruhig verharren, dann fühlen sie sich meistens nicht wohl. Möglicherweise prüfen sie dann in einer für sie ungewohnten Situation, ob Gefahr droht. Oder sie sind krank. Vor allem Tiere, die alleine gehalten werden, verharren oft ganz still. Das laute „Pfeifen“ gibt es nur bei unseren Hausmeerschweinchen, bei den Wildmeerschweinchen gibt es dieses Geräusch nicht! Der Pfiff soll den Menschen dazu bringen, schnell Futter herbeizuschaffen. Häufig verbinden die Tiere spezifische Geräusche (z. Bsp. Tütenwechseln) mit dem Geben von Futter und machen sich dementsprechend bemerkbar.

Meerschweinchen hören und sehen sehr gut und haben einen ausgeprägten Geruchssinn, was ihnen erlaubt, ihre Umgebung sehr differenziert wahrzunehmen und zu kontrollieren. Ein fremdes Tier wird sofort am Geruch erkannt.

Wenn ein neues Meerschweinchen in eine Gruppe integriert werden soll, sollten Sie daher Folgendes beachten

  • Der ganze Lebensraum sollte frisch eingestreut und mit vielen neuen Materialien wie z. Bsp. Ästen oder Wurzeln bestückt werden. Achten Sie darauf, dass ausreichend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.
  • Alle Tiere werden dann gleichzeitig ins Gehege gesetzt.
  • Die Umgebung wird ausgekundschaftet und die Tiere fangen an, Kontakt aufzunehmen – zögernd, neugierig, bedrängend, evtl. auch aggressiv. Geben Sie den Meerschweinchen genügend Zeit, die Rangordnung innerhalb der Sippe festzulegen. Greifen Sie nach Möglichkeit nicht ein! Auch sollten Sie die Tiere nicht wieder trennen, denn jeder neue Integrationsversuch bedeutet noch mehr Stress!
  • Beobachten Sie die Tiere, besonders das Fressverhalten! Am besten bieten Sie an mehreren Stellen Futter an und achten Sie immer darauf, dass der Neuling ins Schlafhaus gelassen wird (besonders wichtig bei Außenhaltung).

Vergesellschaften kann man zwei Böcke, wenn sie vor der Geschlechtsreife aneinander gewöhnt werden und keinen Kontakt zu Weibchen haben; einfacher ist es, zwei oder mehrere Weibchen oder – das ist der Idealfall – einen kastrierten Bock mit einem oder mehreren Weibchen zusammen zu führen.

Mehrere Textpassagen und Informationen wurden dem Buch „Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Meerschweinchen” von Ruth Morgenegg entnommen


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