Kleine Kätzchen brauchen einander!

Warum vermitteln wir Kitten nicht einzeln?

Häufig stehen Leute vor uns, die ihre einzeln gehaltene Jungkatze abgeben möchten, da diese entweder die Möbel zerkratzt oder ihren Unmut durch Protestpinkeln ausdrückt. Die Besitzer sind in 99 % der Fälle ganztägig berufstätig. Die Frage „Haben Sie mal an einen passenden Artgenossen für Ihre Katze gedacht?“ wird dann meist abgewunken. Schließlich wolle man nicht zwei Unruhestifter zu Hause haben...

Wir möchten erläutern, warum wir Kitten nicht alleine vermitteln, denn auch oft stehen Leute vor uns, die nur EIN Katzenbaby haben möchten, da es ja so „süß“ ist und eine Katze ja völlig ausreicht.

Nach ausführlicher Erklärung, warum es sinniger ist, zwei Kitten zu adoptieren, wird oft verständnislos der Kopf geschüttelt oder wir hören Sprüche wie „Sollen die doch froh sein, dass man überhaupt ein Tier nimmt“. Was viele nicht verstehen ist, dass es uns nicht nur darum geht, unsere Schützlinge „loszuwerden“, sondern es unser Ziel ist, sie in ein artgerechtes Für-immer-Zuhause zu vermitteln, in dem sie eben nicht nach ein paar Monaten wieder abgegeben werden.


Katzen sind von Natur aus Einzeljäger, aber keine Einzelgänger! Das ist ein gravierender Unterschied. Sie sind stets im Kontakt mit Artgenossen; sei es um sich mit Laut- und Körpersprache zu verständigen, gegenseitig zu putzen, zu paaren oder gar Streitigkeiten auszutragen. Dies gilt umso mehr für Kitten, die zudem sehr auf den engen Kontakt zur Mutterkatze und zu den Geschwistern angewiesen sind. Wenn Kitten mit ein paar Wochen von der Mutter getrennt werden, ist ihre Sozialisation noch längst nicht abgeschlossen. Sie sind lebhaft, aufgeweckt, neugierig, voller Lebensenergie, testen ihre Grenzen aus, die sie nur mit einem Partner ausleben können, der sie wirklich versteht.

Wir Menschen als ausschließlicher Partner können einer Katze nur ansatzweise gerecht werden, wenn wir nahezu den ganzen Tag bei ihr wären, mit ihr spielen und toben, sie putzen, mit ihr im Körbchen liegen und schnurren würden. Da uns dies alles nicht möglich ist und auch andere Haustiere wie z.B. ein Hund oder Kaninchen keine „kätzische“ Kommunikation leisten können, eignen wir uns genauso wenig wie andere Haustiere als Ersatz für eine Partnerkatze.

Kitten werden sich in ausschließlicher Gesellschaft mit einem Menschen nicht vollkommen wohlfühlen, sondern stetig den Kontakt zu Artgenossen herbeisehnen. Dieser gehört nämlich zu den Grundbedürfnissen einer Katze dazu. Jetzt hören wir Argumente wie „Wir haben unsere Katze auch als Baby aufgenommen und sie war immer glücklich“. Aber sie hat es auch nicht anders kennengelernt, oder? Katzen leiden oft still und zeigen Verhaltensauffälligkeiten erst im fortgeschrittenen Alter.
Ein passender Artgenosse wird das Leben einer Katze bereichern und steigert außerdem ihr Wohlbefinden.

Angemerkt sei hier, dass wir nicht von ausgewachsenen Katzen mit Freigang reden, die sich mehr oder weniger den Kontakt zu Artgenossen aussuchen können. Wir reden auch nicht von unsozialisierten Katzen, die über Jahre hinweg den Umgang mit Artgenossen verlernt haben und meist nicht mehr oder nur noch schwer in der Lage sind, mit anderen Katzen zu kommunizieren. Diese Entwicklung ist über Jahre hinweg passiert und meist hat der Mensch sie zu diesen „Einzelkatzen“ gemacht, nämlich durch zu frühe Trennung von der Mutter und/oder den Geschwistern oder keinen ausreichenden Sozialkontakt zu anderen Katzen. Wir reden von Kitten.
Der Umgang mit Artgenossen ist für sie unverzichtbar, damit sie sich arttypisch sowie körperlich und seelisch gesund entwickeln können. Die Isolation von Artgenossen kann in jungen Jahren zu fehlerhafter Entwicklung, Fehlprägung und seelischen Folgeschäden führen, was sich ein Besitzer und Tierfreund auf alle Fälle ins Bewusstsein rufen sollte, bevor er einer Katze ein neues Zuhause schenken möchte.

P.S.: Die Jungkatzen, die wir aufgrund der oben aufgeführten Probleme aufgenommen haben, haben sich bei uns bislang immer super eingelebt und verstehen sich auch prima mit ihren Artgenossen im selben Alter!




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