Die Ernährung Ihres Kaninchens

Kaninchen können ihre Nahrung nur mit Hilfe spezieller Bakterien verdauen, welche die Zellulose aufspalten. Jede Futterkomponente braucht ihre spezifischen Bakterien. Die Darmflora ist immer aktiv, auch dann, wenn die Tiere falsch ernährt werden, großen Hunger haben oder der Darm untätig ist. Schnell kommt es in einem solchen Fall zu Verdauungsstörungen, weil bestimmte Bakterien sich dann dramatisch vermehren und auf Grund von Gasbildung schmerzhafte, gefährliche Blähungen auftreten (Trommelsucht). Kaninchen können nicht durch Rülpsen die Gärgase ausstoßen. Bei Kaninchen dient der Magen nur als Aufnahmebehälter der Nahrung. Der Mageninhalt wird nicht aktiv von der schwach bemuskelten Magenwand, sondern mechanisch von den neu gefressenen Futtermengen weitergeschoben. Die Verdauung darf also nicht zum Stillstand kommen.

Der Magen fasst nur ca. 40 ml und er muss ständig gefüllt sein. Daher können Kaninchen nur wenig Nahrung auf einmal zu sich nehmen. Bei Aufnahme einer zu großen Futtermenge oder bei blähendem Futter kann es zu einer Magenüberladung kommen.

Im überdimensionalen Dickdarm wird die aufgenommene Zellulose dann aufgespalten und verwertet.

Da Kaninchen Dauerfresser sind, sollten wir sie 3 x täglich in einer bestimmten Reihenfolge füttern:

  • Zu Tagesbeginn als Erstes viel frisches Heu verabreichen (auch wenn noch altes Heu vom Vortag da ist). Die Tiere fressen das Heu sehr langsam und kauen ausgiebig, so dass viel Speichel gebildet wird, der das Milieu für die Darmbakterien optimiert und die Verdauung anregt.
  • Mittags reichen wir Grünfütter. Weil die Verdauung durch die Heugabe angekurbelt ist, können keine Blähungen mehr entstehen.
  • Als Grünfutter eignen sich Möhren und Möhrengrün, Fenchel, Löwenzahn (nicht vom Straßenrand), Gras, Eisbergsalat, Sellerie, Chicoree, Endivien, Birne und Apfel.
  • Obst und Gemüse dürfen nicht gespritzt sein bzw. müssen vor Gabe sorgfältig abgewaschen werden. Grünfutter darf auf keinen Fall auf nüchternen Magen gegeben werden!
  • Auf keinen Fall sollten Sie Kohlrabi und deren Blätter sowie Kopfsalat oder Küchenabfälle füttern!
  • Brot ist zu kalorienreich und sollte nur in Ausnahmefällen gefüttert werden.
  • Den Abschluß bildet dann am Abend das Körnerfutter, welches Energie- bzw. Kraftfutter ist. Typ, Größe, Bewegung, Alter und Allgemeinzustand Ihres Tieres entscheiden über die Menge der Futtergabe.
  • Wasser muss immer reichlich, frisch und in einem offenen Gefäß angeboten werden. Trinkflaschen sind aus hygienischen Gründen (Algenbildung) nicht zu empfehlen, außerdem haben die Tiere Schwierigkeiten, mit schiefer Kopfhaltung zu trinken.

Beachten Sie diese Aspekte einer gesunden Ernährung, werden Sie lange Freude an Ihrem Kaninchen haben!

Mehrere Textpassagen und Informationen wurden dem Buch „Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen” von Ruth Morgenegg entnommen


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